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Nikolai Kiselev und Alexei Zaitsev: Beste Freunde auf und neben dem Eis

Nikolai Kiselev und Alexei Zaitsev: Beste Freunde auf und neben dem Eis

Um gegen Königsbrunn und Buchloe zu gewinnen, sind die Kissinger Wölfe auf die Tore von Nikolai Kiselev und Alexei Zaitsev angewiesen.

Bad Kissingens Nikolai Kiselev hat einen starken Schuss, Alexei Zaitsev ist derjenige der mehr passt. Fotos: Hopf

Manchmal führen erst Umwege über die ganze Welt zum Ziel. So hörte Mikhail Nemirovskys Bruder David in North York (Kanada) von zwei jungen Russen, die gerne nach Europa kommen würden, um Eishockey zu spielen. David dachte da natürlich an seinen Bruder Mikhail, der die Kissinger Wölfe trainiert. Daraufhin meldeten sich Nikolai Kiselev und Alexei Zaitsev telefonisch beim Kissinger Spielertrainer. Das Ende: Zwei neue Spieler für die Wölfe.

Nummer-Eins-Sport

Zaitsev, 25 Jahre alt, und Kiselev, 23 Jahre, kommen beide aus Cherepovets und haben sich beim Eishockey kennengelernt. "Eishockey ist der populärste Sport in unserer Stadt", sagt Zaitsev, "Und unsere beiden Väter lieben diesen Sport." So war es selbstverständlich, dass beide schon mit jeweils vier Jahren statt einen anderen Sport zu machen auf dem Eis standen. Die beiden Außenstürmer bezeichnet Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin als "technisch sehr hochwertige Spieler, die vor allem mit dem Kopf und dem Auge spielen. Sie können das Spiel lesen und auf dem Eis sofort die richtige Entscheidung treffen."

Das Ziel vor Augen

So jemanden brauchen die Kissinger Wölfe (2./20), um am Freitag (20 Uhr) erst zu Hause gegen den EHC Königsbrunn (4./20) und dann am Sonntag (17 Uhr) in Buchloe (6./12) erfolgreich zu sein. Denn an diesem Wochenende wird es sich laut Michael Rosin entscheiden, auf welchem Platz die Kissinger Wölfe am Ende der Verzahnungsrunde wohl landen werden. Es folgen nur noch die beiden Spiele gegen Moosburg. "Ich warne davor, irgendein Spiel im Kopf schon gewonnen zu haben", sagt Rosin. Gegen Königsbrunn "ist eine gewisse Erwartungshaltung da, die haben eine verdammt starke Mannschaft mit den drei ehemaligen DEL-Stars. Auch ihr Torwart wird wohl wieder dabei sein, das wird nicht so einfach für uns wie damals in Königsbrunn", sagt Michael Rosin. Und auch Buchloe "war nicht umsonst in der Bayernliga". Trotzdem gibt sich der Vorsitzende selbstbewusst: "Ich möchte der Landesligist sein, der in der Abschlusstabelle am höchsten platziert ist."

Und auch Alexei Zaitsev und Nikolai Kiselev haben ein klares Ziel: Platz Eins der Tabelle. "Egal, welcher Gegner auf dem Eis steht, wir müssen uns immer gleich vorbereiten", sagt Zaitsev. Da sind sich die beiden Freunde einig. Generell sind sich die Stürmer vom Typ her sehr ähnlich. "Beide sind ruhige Zeitgenossen", sagt Rosin. Spielertrainer Mikhail Nemirovsky fügt hinzu: "Beide kämpfen um jeden Puck, keiner versteckt sich." Sprachliche Probleme gibt es mit ihnen, die nur ein paar Brocken Deutsch und Englisch können, auch keine. "Sie verständigen sich mit den anderen Spielern über ihre Eishockey-Sprache", so Rosin. Doch auch wenn sich beide sehr ähneln, gibt es auf dem Eis Unterschiede: "Alexei ist derjenige, der mehr das Spielerische hat und mehr passt. Nikolai ist der Umsetzer mit dem starken Schuss."

Die Familie wartet in der Heimat

Weil beide Russen nur ein Visum für drei Monate haben, müssen sie nach der Saison in ihre Heimat zurückkehren. Dort warten auf Kiselev seine Frau und kleine Tochter, auf Zaitsev seine Verlobte.

Irgendwann ganz nach Europa zu kommen können sich die Stürmer sehr gut vorstellen. "Das Land und die Stadt hier sind ruhig, hier ist alles positiv", sagt Kiselev. "Und das deutsche Bier ist das Beste auf der Welt", fügt Zaitsev hinzu. Woraufhin Spielertrainer Nemirovsky gleich einhakt: "Während der Saison trinken wir keinen Alkohol, höchstens mal ein Bier in der Kabine." Denn noch gibt es nichts zu feiern für die Kissinger Kufencracks.

Die Sprache ist das Wichtigste

Ob die beiden irgendwann zu den Kissinger Wölfen zurückkehren, weiß keiner. Seit 30 Jahren wohnt ein Cousin von Alexei Zaitsev in München, er war in seiner Jugend deshalb schon oft zu Besuch in Deutschland. "Die Möglichkeit, nach Europa zu kommen, haben sie schon", sagt Rosin. "Dann müssen sie aber ganz klar die Sprache lernen." Ein weiteres Engagement in Bad Kissingen würde er begrüßen: "Sie sind ein Zuwachs für die Eishockeyfamilie und mit Sicherheit ein Gewinn für die Mannschaft."

Abfahrt des Mannschaftsbusses nach Buchloe ist um am Sonntag um 10:30 Uhr an der Eissporthalle Bad Kissingen

(Quelle: Infranken.de Pia Schmitt)

Versöhnliche Töne von Pfaffenhofens Coach

Versöhnliche Töne von Pfaffenhofens Coach

In einem hochklassigen Match verspielen die Kissinger Wölfe eine 3:0-Führung, siegen aber in der Verlängerung.

Verfügt auch über offensive Qualitäten: Kissingens Verteidiger Johan Larsson (rechts) bei einer Aktion vor dem Pfaffenhofener Tor. Foto:Hopf

EC Bad Kissinger Wölfe - EC Pfaffenhofen 4:3 n.V. (1:0, 2:1, 0:2, 1:0).

In der Verzahnungsrunde wird einem kein Punkt geschenkt. Das mussten die Kissinger Wölfe am Sonntagabend gegen den EC Pfaffenhofen am eigenen Leib erfahren. Im ersten Drittel war Pfaffenhofen nicht gut aus der Kabine gekommen, die Kissinger gingen durch einen Schuss von Marc Hemmerich in Führung (7.). In der Halle fühlte es sich wärmer als draußen an, dafür sorgten die Fans mit ihren Anfeuerungen. Einige hatten Zipfelmützen auf, ein kleiner Spaß in Richtung Pfaffenhofen. Später entschuldigte sich EC-Trainer Alexander Dost noch einmal ausführlich für die getätigten Aussagen aus seinem Verein (wir berichteten), womit das Thema jetzt gegessen sein sollte: "Wir sind alle aus Bayern und der sportlich Bessere steigt auf. Deshalb gibt es jetzt keinen Raum mehr für Südmafia und Zipfelgesichter", sagte er auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

Bad Kissingen startete auch ins zweite Drittel besser als die Oberbayern. Chancen von Niko Grönstrand (26.), Anton Seewald/Roman Nikitin (27.) und Alexei Zaitsev/Nikolai Kiselev (28.) entschärfte allerdings Pfaffenhofens Goalie Philipp Hähl überragend. Überhaupt war es ein Spiel der Torhüter, denn auch Donatas Zukovas agierte wieder als "Super-Don". Bei der sensationellen Kombination über Mikhail Nemirovsky, Kiselev und Zaitsev hatte der EC-Schlussmann freilich keine Chance: 2:0 für die Wölfe (28.). Und Viktor Ledin steuerte das 3:0 bei (35.). Aber Pfaffenhofens Mannschaft zeigte Charakter und kam eindrucksvoll zurück. Noch vor der Drittelpause, als Kenneth Matheson auf 3:1 stellte (37.). "Schon beim 3:0 haben wir uns auf der Bank geschworen, dass wir das aufholen wollen", sagte Pfaffenhofens Trainer Dost. Und das taten sie mit viel Kampf und dem unbedingten Willen. Thomas Bauers Schuss landete direkt nach der Drittelpause hinter Zukovas im Netz (46.). Pfaffenhofen gab vor dem gegnerischen Tor einfach nicht auf und zwang "Super-Don" ein ums andere Mal zu einer Glanzparade. Beim Ausgleich durch Andreas Pielmeier war er machtlos (58.).

Und so ging es in die Overtime. Die Halle bebte. Erst war Pfaffenhofen überlegen, hatte zwei gute Möglichkeiten, doch das entscheidende Tor erzielte Bad Kissingens Kiselev in Überzahl (63.). "Es war das erwartet schwere Spiel in Bad Kissingen", sagte Alexander Dost. "Aber wir sind zufrieden mit dem Punkt, für uns war das ein Vier-Punkte-Wochenende. Wir haben nun alle Karten selbst in der Hand und die Leistung im dritten Drittel hat mich überzeugt, dass wir in der Bayernliga bleiben werden."

Auch Kissingen Spielertrainer Mikhail Nemirovsky war zufrieden: "Ich kann ehrlich sagen, dass Pfaffenhofen die beste Mannschaft war, gegen die wir bisher gespielt haben. Wenn eine Mannschaft nach einem 0:3 zurückkommt, hat das Klasse." Auch wenn Nemirovsky statt den zwei Punkten lieber drei gehabt hätte: Nach so einem Tag, an dem Deutschland bei Olympia Silber im Eishockey geholt hat, "kann alles passieren".

Link zur Pressekonferenz

(Quelle Infranken.de Jürgen Schmitt)

Anton Seewald ist nicht nur bei den Kissinger Wölfen gut integriert

Anton Seewald ist nicht nur bei den Kissinger Wölfen gut integriert

Für Bad Kissingen steht ein schweres Doppelspiel-Wochenende an. Zum Glück haben sie mit Anton Seewald einen talentierten Stürmer in ihren Reihen.

Hat wahrscheinlich eine große sportliche Zukunft im deutschen Eishockey: Bad Kissingens Anton Seewald (rechts). Foto:Hopf

Wenn es eins ist, bei dem sich Anton Seewald sicher ist, dann ist es der Aufstieg der Kissinger Wölfe in die Bayernliga: "Wir werden alles tun, was davon abhängt", sagt der 21-jährige Stürmer. Dafür müssen die Kissinger am Freitag (20 Uhr) erst in Amberg und am Sonntag (18 Uhr) zu Hause gegen Pfaffenhofen zeigen, was sie können. Denn in der Verzahnungsrunde sind sie nach der Niederlage in Schweinfurt auf Platz Zwei zurückgefallen. "Es wird sicher kein einfaches Wochenende", sagt Wölfe-Vorsitzender Michael Rosin. "Das sind beides sehr gute Mannschaften, beide haben schon gute Spiele gemacht. Amberg spielt wieder mit dem ersten Torwart, auch Pfaffenhofen hat sich verstärkt." Was die Wölfe also unbedingt brauchen, um zu gewinnen, sind neben einer ordentlichen Defensivleistung genügend Tore. Und die steuert normalerweise Anton Seewald bei.

Spätaussiedler Seewald

Der Stürmer, der seit November vergangenen Jahres die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, kommt aus der Region Nowosibirsk in Russland. Viele seiner Verwandten leben in Deutschland, Seewald war deshalb schon oft zu Besuch. Dies und die Eishockeykarriere sind der Grund, warum er sich dafür entschied, einen Antrag auf die deutsche Staatsbürgerschaft als Spätaussiedler zu stellen. "Im Moment besuche ich den Deutschsprachkurs. Die deutsche Sprache zu lernen ist für mich nicht besonders schwer", sagt Seewald. "Er macht hier seine Integrationsmaßnahmen über die Bundesagentur für Arbeit und lebt in Bad Kissingen", so Michael Rosin. "Wir wollen ihn so lange wie möglich an uns binden. Er ist ein sehr guter Stürmer, ein ruhiger und besonnener Spieler, der keinen Ärger macht und gut in die Mannschaft passt." Spielertrainer Mikhail Nemirovsky will Seewald am liebsten fünf bis zehn Jahre in Bad Kissingen halten. "Er hat meiner Meinung nach eine große Zukunft im deutschen Eishockey, aber ich mache alles dafür, dass er so lange wie möglich in Bad Kissingen bleibt", sagt Nemo.

Eishockey bei minus 30 Grad

Mit fast vier Jahren stand Anton Seewald das erste Mal auf dem Eis. Sein Vater schenkte ihm den ersten Schläger. "Ich begann mein Eishockeytraining mit älteren Jungs. Ich war fünf Jahre alt, die anderen acht und älter. Wir hatten damals keine Eishalle und mussten draußen trainieren. Und das bei minus 30 Grad im Winter", erzählt Seewald. Das härtet ab. "Anton ist ein sehr talentierter Spieler, der alle Bausteine hat, die man braucht, um gutes Eishockey zu spielen", sagt Rosin. "Aber er ist noch am Wachsen und hat noch mehr Potenzial nach oben. Aus ihm kann ein sehr guter Eishockeyspieler werden, der auch für höherklassige Vereine interessant ist."
"Er ist ein Freund von mir, ein sympathischer Mensch, der eine tolle Familie hat", sagt Nemirovsky. "Meiner Meinung nach ist Anton einer der besten Spieler unter 23 Jahren in ganz Deutschland." Ein Grund, warum er vielleicht nicht die erhofften zehn Jahre in Bad Kissingen bleibt. Da würde ihm der Trainer auch keine Steine in den Weg legen: "Ich würde ihm immer helfen, ich will ihn vorbereiten für die nächste Stufe. Aber das tue ich für alle Spieler, nicht nur für Anton. Ich weiß, was ich an der Mannschaft habe." Und für die nächste Saison will Anton Seewald auf jeden Fall in Bad Kissingen bleiben, wie er selbst sagt.

Ein schneller Stürmer

Es gefällt dem 21-Jährigen in Bad Kissingen. "Es ist eine sehr schöne und ruhige Stadt. Meine Familie, die in Neuburg an der Donau lebt, versucht, so oft wie möglich herzukommen, um unsere Spiele zu sehen. Unsere nächsten Gegner sind Mannschaften, die eine gute Qualität auf dem Eis zeigen. Die Spiele werden wichtig und interessant sein", sagt Seewald. "Wenn du so jung wie Anton bist, willst du immer möglichst viele Punkte machen. Er hat sich gut ins Team integriert, aber er braucht natürlich gute Passgeber als Außenststürmer. Wenn die Pässe ankommen, ist es schwer, ihn einzuholen", sagt Michael Rosin.

Unter der Woche hatte die Grippewelle bei den Kissinger Wölfen wieder zugeschlagen. Am Dienstag konnte erneut nicht trainiert werden. "Aber am Wochenende geht's wirklich um alles, Nemo wird die Jungs auf jeden Fall motivieren", so Rosin. Wer sicher ausfällt, ist Timo Jung, der bis nächste Woche krankgeschrieben ist.

Abfahrt des Mannschaftsbusses nach Amberg ist um 15:00 Uhr an der Eissporthalle Bad Kissingen

(Quelle: Infranken.de Pia Schmitt)

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Saison: 2017/2018

1. Mannschaft

Trainer: Mikhail Nemirovsky
Co-Trainer: Michael Rosin

(T) #  1 Donatas Zukovas
(T) # 25 Timo Jung
(T) # 82 Lars Torben Franz (E)

(V) # 19 Simon Eirenschmalz
(V) # 10 Niko Samuel Grönstrand
(V) # 79 Marc Hemmerich
(V) # 29 Domantas Cypas
(V) # 18 Johan Larsson

(S) # 78 Mikhail Nemirovsky
(S) # 13 Eugen Nold
(S) # 26 Christian Masel
(S) # 17 Anton Seewald
(S) # 27 Alexei Zaitsev
(S) # 44 Brett Wur
(S) #   8 Roman Nikitin
(S) #   7 Viktor Ledin
(S) # 24 Adrian Persch

(S) # 50 Nikolai Kiselev
(S) # 75 Martin Schuler (E)

Betreuer:

Nico Achilles
Daniel Wehner
Freddy "das Tier" Schaub

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  • Spieltag

Aufstiegsrunde zur Bayernliga 2017/18

PTeamPtk
1 Kissingen 29
2 Schweinfurt 29
3 Königsbrunn 29
4 Pfaffenhofen 27
5 Amberg 17
6 Buchloe 15
7 Hassfurt 13
8 Moosburg 9

++++Tabelle 2017/18++++

PTeamPtk
1 Amberg 53
2 Hassfurt 52
3 Kissingen 50
4 Schweinfurt 49
5 Königsbrunn 46
6 Dingolfing 37
7 Burgau 27
8 Freising 26
9 Selb 18
10 Vilshofen 18
11 Ulm 14
12 Straubing 3




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